Jameda muss Daten einer klagenden Ärztin löschen
21.02.2018

Der Bundesgerichtshof hat in einer aktuellen Entscheidung vom 20.2.2018, Az: VI ZR 30/17, entschieden, dass im konkreten Fall eine Ärztin einen Anspruch auf Löschung ihrer Daten aus dem Bewertungsportal Jameda hat.

Ein grundsätzlicher Anspruch aus Bewertungsportalen entfernt zu werden besteht zwar weiterhin nicht. Dies hat der Bundesgerichtshof bereits in seiner Grundsatzentscheidung aus dem Jahr 2014 festgestellt.

Im konkreten Fall ist es jedoch so, dass das Bewertungsportal bei der Anzeige bestimmter Informationen zwischen zahlenden und nichtzahlenden Ärzten unterschieden hat. Während bei Anklicken eines Arztprofils eines Nicht-Kunden von Jameda auch Informationen von konkurrierenden Ärzten in der Nähe angezeigt wurden, wurden bei Profilen von "Premium"-Kunden die möglichen Konkurrenten nicht angezeigt.

Da damit Jameda seine Stellung als "neutraler" Informationsmittler verlassen habe, sei das Recht der Ärztin auf Schutz ihrer personenbezogenen Daten nach Ansicht des BGH höher zu gewichten.

Unser Fazit:
Sollte Jameda nicht alsbald reagieren und diese Unterscheidung verändern, könnten auch weitere Ärzte noch erfolgreich klagen.

 

Quelle: BGH-Pressemitteilung Nr. 034/2018 vom 20.2.2018

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